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Baustellengespräch Bodenplatte

Planausschnitt Bodenplatte
Planausschnitt Bodenplatte
Photo by Sebastian Schaper

Einleitung Baustellengespräch Bodenplatte

Kurz vor der Erstellung der Bodenplatte wird sich der Projektleiter Eurer Bodenplatte (bzw. Kellers) bei Euch melden und ein sog. “Baustellengespräch Bodenplatte” bzw. Bodenplattengespräch vereinbaren. Ziel des Gespräches ist, dass alle Beteiligten wissen, was ihre Rollen bei der Vorbereitung und beim Bau der Bodenplatte sind, damit am eigentlichen Bau-Tag alles glatt geht. Auch bei einem Keller wird zunächst eine Bodenplatte erstellt, die hier beschriebenen Punkte gelten also für beide Varianten gleichermaßen.

Bei uns wurde die Bodenplatte von der Fa. Glatthaar erstellt, bei unserem ersten Haus der Keller ebenfalls von dieser Firma. Es gibt noch weitere Unternehmen, die für Massa tätig sind, die Abläufe sind aber sehr ähnlich.

Man kann die Bodenplatte bzw. den Keller aber auch selber extern an eine Firma vergeben oder zumindest einen Keller selber hochmauern, nachdem eine Bodenplatte erstellt wurde. In diesem Fall sind die Abläufe ähnlich, aber ihr müsst Euch natürlich um alles selber kümmern.

Bitte aufpassen!

Passt bitte bei solchen Gesprächen genau auf – auch wenn die Bauleiter in der Regel sehr nette Menschen sind, sind die Gespräche sind keine Kaffeekränzchen. Da werden wichtige Sachen festgelegt! Ihr unterschreibt am Ende dafür, und dann wird alles genau so gemacht wie protokolliert und unterschrieben. Wenn danach etwas schief läuft oder nicht klar geregelt ist, wird es teuer, langwierig oder unmöglich zu ändern – Ihr habt es ja mit Eurer Unterschrift freigegeben.

Das folgende gilt eigentlich generell für alle Gespräche, bei denen wichtige Entscheidungen getroffen werden: Unterschreibt bitte kein Protokoll, bei dem nicht alles besprochen wurde, was drin steht oder wo Euch noch etwas unklar ist. Im Zweifelsfall nochmal nachfragen und erst unterschreiben, wenn auch Euch alles klar ist (dem Bauleiter ist alles klar, der macht das jeden Tag – Ihr nicht!).

Zeitpunkt für das Baustellengespräch Bodenplatte

Voraussetzungen für das Baustellengespräch Bodenplatte

  • Baugenehmigung

Benötigtes Material für das Baustellengespräch Bodenplatte

  • Baupläne. Vor allem der Plan der Bodenplatte, auch der Entwässerungsplan ist nützlich.
  • Kontaktdaten des Projektleiters der Bodenplatte, Eures Tiefbauers, der Versorger (Strom, Gas, Wasser)
  • wenn bereits vorhanden: Infos zur Mehrspartenhauseinführung

Werkzeug für das Baustellengespräch Bodenplatte

  • ein langes Maßband, ein Gliedermaßstab (Zollstock) und etwas zum Schreiben kann nicht schaden, das wird aber sicherlich auch der Projektleiter dabei haben.
  • Smartphone, um Fotos zur Dokumentation machen zu können.

Vorgehen beim Baustellengespräch Bodenplatte

Terminvereinbarung, Beteiligte

Beachtet bei der Terminabsprache mit dem Projektleiter, welche Beteiligten noch dabei sein sollen.

  • Den Tiefbauer mitzunehmen ist sicherlich nicht verkehrt.
  • Jemanden vom Strom/Gas/Wasserversorger. Die Anbieter von Telefon/Kabel-TV/Glasfaser hängen sich meistens an die großen Versorger dran, so dass sie bei dem Termin in der Regel nicht gebraucht werden.

Bei uns war es so, dass wir uns zunächst mit allen Beteiligten auf der Baustelle getroffen haben. Falls es die Teilnehmer nicht selbst anstoßen, regt ruhig an, dass alle Namen und Nummern notiert und ausgetauscht werden. Im Zweifelsfall ist es besser und schneller, wenn die Beteiligten sich untereinander direkt kontaktieren können, wenn etwas unklar ist, als Euch als Zwischenstation benutzen zu müssen.

Im Anschluss haben wir uns dann noch mal alleine mit dem Projektleiter (bei einem Kaffee am Küchentisch im Warmen) zusammengesetzt, um die Unterlagen fertig zu machen. Dabei braucht man dann Tiefbauer, etc. nicht mehr.

Da es viele Punkte sind, die beachtet werden müssen: Macht Euch Notizen und lasst die wichtigen Punkte (wer macht was bis wann) ins Protokoll aufnehmen. Falls Ihr mündlich etwas vereinbart, was anders im Protokoll-Vordruck steht, lasst es auch schriftlich ändern, sonst gibt es später Missverständnisse und Erinnerungslücken.

Fragt nach, wenn etwas unklar ist. Der Projektleiter macht das mehrfach die Woche, aber für Euch ist es das erste und wahrscheinlich einzige Mal. Unterschreibt erst, wenn Ihr alles verstanden habt. Macht Euch am besten im Anschluss noch eine Liste Eurer eigenen To-Dos bis zum Bodenplattentermin und stellt sicher, dass Ihr diese alle rechtzeitig erledigt.

Abflussrohre

Im Vorfeld kann man sich schon mal überlegen, wo welche Räume mit Abflussrohren hinkommen und ob für jeden Abfluss klar ist, über welches große Abflussrohr durch die Bodenplatte entwässert wird. Dies können z.B. die folgenden sein:

  • Waschbecken in Bad/Dusche/Gäste-WC
  • Spüle
  • Dusche
  • WC
  • Spülmaschine
  • Waschmaschine
  • Extra-Waschbecken im Hauswirtschaftsraum
  • Bodenablauf im Hauswirtschaftsraum
  • Kondensatablauf der Heizung
  • Kondensatablauf der Lüftungsanlage
Abfluss- und Leerrohre durch die Bodenplatte
Abfluss- und Leerrohre durch die Bodenplatte
Photo by Sebastian Schaper

Eine Kontrolle, ob auch wirklich alle Rohre direkt vor einer Wand/Ecke durch die Bodenplatte gehen und nicht etwa mitten im Raum oder gar unter einer Wand (alles schon vorgekommen!) ist auch ratsam – jetzt ist die letzte Möglichkeit, solche ärgerlichen Fehler aufzudecken und kostenlos zu verhindern.

Geht mit dem Projektleiter des Bodenplattenbauers die Pläne durch und kontrolliert/besprecht alle Abflussrohre, damit keine vergessen werden.

Die Aufgabenverteilung ist übrigens klar geregelt: Der Bodenplattenbauer baut die Rohre bündig in die Bodenplatte ein und führt sie unterirdisch bis ca. 1 m außerhalb der Bodenplatte. Ab da (und erst nach dem Bau der Bodenplatte) übernehmt Ihr bzw. Euer Tiefbauer wieder und verlegt die Rohre weiter zum Kanal bzw. Übergabeschacht.

Leerrohre

Vorbereitete Rohrbögen für Abwasserrohr durch die Bodenplatte
Vormontierte Rohrbögen für Abwasserrohr bzw. Leerrohre durch die Bodenplatte
Photo by Sebastian Schaper

Jetzt ist auch der Zeitpunkt, sonstige Rohre zu “bestellen”. Dies können z.B. Leerrohre sein für:

  • Kabel zur Terrasse
  • die Gartenbeleuchtung oder -Steckdosen
  • einen Pool (Beleuchtung, Filterpumpe)
  • einen Teich (Wasserpumpe, Luftpumpe)
  • eine Gartenhütte (Licht, Steckdosen)
  • eine Garage oder einen Carport (Licht, Steckdosen, Wall-Box, Torantrieb)
  • Wasserrohre für die Regenwassernutzung aus der Zisterne
  • die Außeneinheit der Wärmepumpe, falls Ihr eine solche bekommt. Hier kann man für die benötigten Leitungen und Kabel auch durch die Hauswand gehen, aber es ist vielleicht optisch schöner, die Leitungen durch die Erde zu führen.

Macht Euch Gedanken darüber, was Ihr brauchen könntet, und sorgt dafür, dass alles im Protokoll vermerkt und auch in den Plänen eingezeichnet wird. Zusätzliche Rohre kosten Aufpreis, vergessene sind aber teurer… 

Für Außensteckdosen oder Außenlampen an der Wand des Hauses werden keine Leerrohre benötigt, aber für alles, was nicht direkt mit dem Haus verbunden ist.

Normalerweise werden für Abwasser sowie auch Leerrohre die gleichen orangefarbenen KG-Rohre mit DN 110 (Innendurchmesser ca. 100 mm) verwendet.

Mehrspartenhauseinführung

Ihr müsst wahrscheinlich zum Bodenplattentermin die Mehrspartenhauseinführung besorgen. Die meisten Versorger geben eine bestimmte Art der Mehrspartenhauseinführung vor. Alternativ kann man bei manchen Versorgern aber auch herkömmliche KG-Rohre zur Einführung der Medien durch die Bodenplatte benutzen. Meines Erachtens ist die Mehrspartenhauseinführung aber die bessere und “schönere” Variante.

Einbau Mehrspartenhauseinführung
Einbau Mehrspartenhauseinführung
Photo by Sebastian Schaper

Bei einem Keller werden die Medien in der Regel nicht durch die Bodenplatte ins Haus geführt, sondern unterirdisch durch die Kellerwand. Hier kommt auch wieder eine Mehrspartenhauseinführung zum Einsatz, die entweder gleich mit in die Kellerwand eingegossen wird, oder (häufiger) nachträglich in eine Kernbohrung eingesetzt wird.

Klärt am besten vor dem Baustellentermin mit dem Versorger, was genau Ihr braucht, und gebt die Info schon mal an den Bodenplattenbauer weiter. Sorgt dafür, dass die Mehrpartenhauseinführung dann am Bodenplatten-Bau-Termin auch rechtzeitig vor Ort auf der Baustelle ist.

Sprecht mit dem Projektleiter die Position der Mehrspartenhauseinführung ab. Manchmal zeichnet der Architekt sie einfach irgendwo (als mehr oder weniger unverbindlichen Vorschlag) ein, und das wird dann so gebaut, obwohl eine andere Platzierung viel geschickter gewesen wäre. Sich im Vorfeld ein paar Gedanken dazu zu machen, kann also nicht schaden.

Im Haus kommt die Mehrspartenhauseinführung sinnvollerweise an die Außenwand im Technikraum/Hauswirtschaftsraum, wo auch die Wasseruhr, Hausanschlusskasten für Strom, etc. hinkommen sollen – dann sind die Leitungswege am kürzesten. Die Leerrohre der Mehrspartenhauseinführung werden auf dem kürzesten Weg in Richtung Straße geführt, damit die Versorger möglichst kurze Wege für ihre Leitungen haben – oft kostet jeder Extra-Meter bei den Hausanschlüssen ordentlich Geld.

Sand

Die Bauarbeiter werden etwas Sand benötigen (bei uns waren es ca. 1 m³), um die Rohre einzusanden. Dies macht man, damit sie später beim Verfüllen und Verdichten nicht durch Steine im Boden beschädigt werden. Ihr seid für die Bereitstellung des Sandes verantwortlich. Wenn Ihr selber keine Quelle habt, könnt Ihr Euren Tiefbauer fragen, ob er Euch die benötigte Menge rechtzeitig auf die Baustelle liefert.

Erder

Das Thema Erdung und Potentialausgleich ist auch sehr wichtig. Normalerweise baut der Bodenplattenbauer den sog. Fundamenterder in die Bodenplatte ein. In vielen Fällen (bei einem erhöhten Erdübergangswiderstand, z.B. bei bestimmten Böden, bei einer weißen Wanne oder einer Perimeterdämmung unter der Bodenplatte) braucht man zusätzlich einen Ringerder im Erdreich unter/außerhalb der Bodenplatte. Diesen muss der Tiefbauer vorab einbauen. Beide müssen (je nach Hausgröße auch mehrfach) miteinander verbunden werden. Im Technikraum (bzw. dem Raum, in dem der Strom-Hausanschlusskasten hinkommt) muss der Fundamenterder an der Wand als “Fahne” hochgeführt werden, um ihn später an die Hauptpotentialausgleichsschiene anschließen zu können.

Hier ein wenig Basiswissen Erdung.

Das Ganze muss dokumentiert werden und vom Elektriker durchgemessen und protokolliert werden. Lasst Euch genau erklären, was Ihr braucht und wer was macht. Ohne funktionsfähige und dokumentierte Erdung kann sich der Stromversorger weigern, das Haus an sein Netz anzuschließen! Wenn alles unter Beton verschwunden ist, wird es schwer mit dokumentieren oder korrigieren…

Straßensperrung

Klärt mit dem Projektleiter ab, ob, wie, wann und wie lange die Straße gesperrt werden muss und wer sich darum kümmert. Lasst das auch ins Protokoll aufnehmen. Siehe auch den Post Straßensperrung.

Kranstellplatz

Einen Kranstellplatz braucht Ihr zwar nicht unbedingt für eine Bodenplatte, wohl aber für einen Fertigkeller, und natürlich für den Hausstelltermin. Es kann aber nicht schaden, auch mit dem Projektleiter vom Bodenplattenbauer schon einmal darüber zu sprechen. Siehe auch den Post Kranstellplatz.

Betonpumpe Standfuß
Betonpumpe Standfuß
Photo by Sebastian Schaper

Betonpumpe

Besprecht mit dem Projektleiter, wo die Betonpumpe und die Beton-LKW hinkommen sollen. Für die Pumpe ist ein verdichteter Stellplatz zwar nicht ganz so wichtig wie für einen Kran, es kann aber nicht schaden, wenn die Pumpe sicher und stabil steht, ohne ins Grundstück einzusinken oder sich festzufahren. Für den Laien ist das schwer einzuschätzen, aber es kann sein, dass sich der Fahrer der Pumpe weigert, sein teures Gefährt auf unbefestigten Boden zu stellen – das hängt auch von der Witterung ab, die man ja nicht beeinflussen kann. Den Stellplatz kann der Tiefbauer dann schon einmal vorbereiten und er ist dann auch gleich für die Hausstellung vorhanden. Siehe auch den Post Kranstellplatz.

Reinigen der Betonpumpe

Das Reinigen der Betonpumpe ist auch immer ein Thema. Entweder Ihr müsst dafür einige hundert EUR Aufpreis bezahlen, damit der Betonpumpenfahrer die Reste mitnimmt und die Pumpe anderswo reinigt, oder die Betonpumpe hinterlässt einen mehr oder weniger großen Beton-Wasser-“Fladen” auf dem Grundstück. Wenn man das geschickt plant, kann man sich das auf die spätere Einfahrt kippen lassen und gleich danach mit der Harke flach verteilen (nicht als dicken Fladen abbinden lassen!). Es gibt dann nur eine dünne Schicht, die dann im späteren Verlauf zerbricht und als Unterbau für die Einfahrt verbleiben kann. Überlegt Euch, wie Ihr es machen wollt, und stellt sicher, dass der Punkt im Protokoll vermerkt wird.

Baustrom, Bauwasser, Bau-Toilette

Baustrom, Bautoilette
Baustrom, Bautoilette bei der Hausstellung
Photo by Sebastian Schaper

Der Projektleiter wird Euch auch noch erklären, was die Bauarbeiter sonst alles brauchen. Bau-Toilette und Bauwasser sind ja schon von der BG Bau vorgeschrieben. Baustrom brauchen sie in der Regel auch. Wenn Ihr noch keinen habt, klärt ab, ob ein Verlängerungskabel vom Nachbarn oder ein portabler Generator reicht. Rein technisch dürfte es genügen, aber es gibt Bautrupps, die auf “richtigem” Baustrom bestehen.

Auch hier wieder: Das sind Bauherrenleistungen (“bauseits”), Ihr müsst es also organisieren und dafür sorgen, dass alles rechtzeitig bereitsteht. Fehlt etwas, drohen der Abbruch des Bodenplattentermins und hohe Folgekosten.

Nachbarn

Informiert Eure Nachbarn rechtzeitig über den Bodenplattentermin und die Straßensperrung. Siehe den Post “Auf gute Nachbarschaft“.

Ablauf nach dem Bau der Bodenplatte

Lasst Euch gleich auch den Ablauf nach dem Gießen der Bodenplatte erklären:

  • Je nach Jahreszeit und Witterung gibt es Maßnahmen, um die Bodenplatte vor den Elementen zu schützen. Im Winter wird sie oft mit einer Plane gegen Frost abgedeckt, im Sommer muss man sie evtl. auch abdecken oder regelmäßig bewässern, damit sie nicht zu schnell trocknet.
  • Vielleicht erfahrt Ihr auch schon, wie lange die Bodenplatte liegen muss, bevor die Schalung vom Bodenplattenbauer entfernt wird.
  • Fragt, ab wann Ihr den Bitumenvoranstrich an der Bodenplatte anbringen dürft.

Zeitaufwand für das Baustellengespräch Bodenplatte

Ca. 1-3 Stunden könnt Ihr für den Termin einplanen. Hinzu kommen natürlich noch ein paar Vorbereitungen und “Hausaufgaben”.

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