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Baustrom

Baustrom, Bautoilette
Baustrom, Bautoilette bei der Hausstellung
Photo by Sebastian Schaper

Einleitung

Baustrom ist der Strom, der auf der Baustelle gebraucht wird, bevor das Haus “offiziell” ans Stromnetz des Energieversorgers angeschlossen wird. Dieses Anschließen kann erst geschehen, wenn es einen Technikraum mit geschlossenen Wänden im abschließbaren Haus gibt. Sonst baut der Energieversorger seinen Hausanschlusskasten nicht ein. Das passiert also erst einige Zeit nach dem Aufstellen des Hauses.

Strom braucht man aber auch schon vorher auf der Baustelle. Ihr könnt davon ausgehen, dass alle Handwerker, die Ihr auf Eurer Baustelle habt, Strom brauchen werden, und sei es nur fürs Baustellenradio und zum Laden der Smartphones…

Im Ernst: Zwar verwenden viele Handwerker inzwischen akkubetriebene Geräte, aber auch die Akkus müssen regelmäßig zum Laden an den Strom. Und wenn Ihr öfters mal vor Ort seid, kann man darüber auch wunderbar eine Kaffeemaschine oder einen Wasserkocher betreiben, um nicht völlig zu erfrieren…

Wie kommt der Strom auf die Baustelle?

Der Baustrom wird normalerweise über einen Baustromkasten geliefert, den ein beim Versorger zugelassener Elektriker mit einem dicken Kabel an einen Verteilerkasten in der Straße anschließt. Manchmal gibt es auch schon eine Stromsäule auf dem Grundstück, an den der Baustromkasten stattdessen angeschlossen wird.

Der Baustromkasten wird aufs Grundstück außerhalb des Hauses gestellt. Zur Erdung schlägt der Elektriker einen langen Erdspieß in den Boden und schließt daran den gelb-grünen Leiter des Kastens an.

An wen kann ich mich wenden?

Es gibt regionale Unterschiede, aber Baustrom bekommt Ihr in der Regel über einen örtlichen Elektriker, der auch den Baustromkasten für die Zeit des Baus an Euch vermietet (man kann solche Kästen auch selber kaufen und später wieder verkaufen, aber nicht jeder Elektriker will dann einen Fremdkasten anschließen…). Er hilft Euch auch bei der Anmeldung des Baustroms beim Versorger.

Entweder kommt dann der Versorger vorbei und baut einen Zähler in den Kasten ein, oder der Elektriker macht das im Auftrag des Versorgers. Ihr bezahlt dann den Strom, der über den Zähler bezogen wird, mit einem speziellen Baustrom-Tarif. Ansonsten läuft alles wie bei einem normalen Stromzähler auch, er wird also am Anfang und am Ende (teilweise auch zwischendurch, am Jahreswechsel) abgelesen und periodisch abgerechnet. Oft müsst Ihr auch eine Kaution für den Zähler oder den Baustromkasten hinterlegen. Je nach Vertrag können Abschläge berechnet werden, oder Ihr zahlt den Strom erst nach der Abrechnung.

Wie sieht der Baustromkasten aus?

Der Kasten ist wetterfest, hat eine Tür und ist meist mit einem Vorhängeschloss (müsstet Ihr besorgen) abschließbar. Je nach Baugebiet ist es anzuraten, den Kasten auch abzuschließen – klaut jemand Strom, müsst Ihr ihn zahlen.

In dem Kasten ist ein Zählerplatz, mehrere Sicherungen und mehrere normale 230 V Steckdosen sowie 400 V Drehstromsteckdosen. Normalerweise kommen die Handwerker mit den normalen Steckdose aus, aber spätestens der Hausstelltrupp braucht dann auch die Drehstromsteckdose.

Wann brauchen wir den Baustrom?

Spätestens beim Bau der Bodenplatte. Euer Tiefbauer braucht wohl noch keinen, es kann aber nicht schaden, den Baustrom schon etwas früher bereitzustellen (Handy, Akkus aufladen etc.).

Kann ich Geld sparen und ein Verlängerungskabel vom Nachbarn benutzen?

Wenn der Nachbar mitmacht, ist das eine gute Alternative, obwohl es von den Versorgern nicht gern gesehen wird. Der Weiterverkauf von Strom ist sogar verboten. Die verbrauchten Strom-Mengen sind in der Regel nicht so groß, so dass man hier im Rahmen der Nachbarschaftshilfe etwas Geld sparen kann (natürlich sollte man sich anderweitig revanchieren).

Kann ich statt Baustrom einen Generator besorgen und hinstellen?

Rein technisch geht das meistens auch, aber bedenkt, dass der Generator die benötigten Leistungen liefern können muss, auch nicht ganz umsonst ist und zusätzlich Kraftstoff braucht und Lärm macht. Wollt Ihr immer vor Ort sein und sicherstellen, dass der Generator auch läuft?

Wichtig: Sparlösungen vorher abklären

Klärt vorher mit den Projekleitern/Bauleitern ab, ob ihnen Verlängerungskabel oder Generator wirklich reichen, und haltet das schriftlich fest. Sonst kann es passieren, dass der Bautrupp unverrichteter Dinge wieder abrückt – das wird viel teurer als der Baustrom gewesen wäre.

Spätestens beim eigentlichen Hausstelltermin reichen die Sparläsungen in der Regel aber nicht mehr aus, da mehr Geräte gleichzeitig laufen, darunter einige mit hohem Strombedarf. Wahrscheinlich wird sogar 400 V Drehstrom gebraucht.

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