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BG Bau: Die Berufsgenossenschaft der Bauwirtschaft

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Die Berufsgenossenschaft der Bauwirtschaft (BG BAU) mit Sitz Berlin ist eine gewerbliche Berufsgenossenschaft in Deutschland und somit Träger der gesetzlichen Unfallversicherung.

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Als deutscher Sozialversicherungsträger betreut sie im Rahmen der gesetzlichen Unfallversicherung bundesweit (örtliche Zuständigkeit) im Wesentlichen Unternehmen der Bauwirtschaft (sachliche Zuständigkeit). Die BG BAU ist – vorbehaltlich des § 129 Absatz 1 Nummer 3 SGB VII – darüber hinaus auch zuständig für private, nicht gewerbsmäßige Bauarbeiten gemäß § 192 SGB VII.

Quelle: Wikipedia

Und was hat die Bauherrschaft eines Ausbau-Hauses damit zu tun?

Die BG Bau ist, vereinfacht gesagt, eine gesetzliche Unfallversicherung für Beschäftigte auf dem Bau. Sie sichert die Bauarbeiter finanziell vor den Folgen von Unfällen auf Baustellen. Um diese Leistungen gewähren zu können, müssen für alle auf der Baustelle beschäftigten Personen Beiträge abgeführt werden (gesetzliche Pflichtversicherung).

Für die von einer Firma beschäftigten Bauarbeiter macht das der Arbeitgeber. Er ist verpflichtet, regelmäßig die Anzahl der Beschäftigten und die geleisteten Arbeitsstunden auf seinen Baustellen an die BG Bau zu melden und hierfür Beiträge zu entrichten.

Ähnliches gilt für alle Helfer, die die Bauherrschaft auf ihrer Baustelle beschäftigt, unabhängig davon, ob diese bezahlt werden oder unentgeltlich mithelfen. Die Bauherrschaft wird hier wie ein Bauunternehmer behandelt (Unternehmer nicht gewerbsmäßiger Bauarbeiten/Eigenbauunternehmer). Siehe hierzu auch die Informationen für neue Bauherren von der BG Bau.

Die BG Bau schreibt die Bauherrschaft zu Beginn des Bauvorhabens an und verlangt regelmäßig schriftliche Baufortschrittsberichte, in denen die von Helfern erledigten Arbeiten und deren Stundenanzahlen aufgeführt werden. Es empfiehlt sich, das von der BG Bau bereitgestellte Bautagebuch zu führen, um korrekte Angaben machen zu können und nichts zu vergessen. Zum Schluss (oder auch per Zwischenrechnung) erfolgt dann die Abrechnung und die Bauherrschaft bezahlt für jede Helferstunde einen bestimmten Betrag (Stand: 2019):

  • in den alten Bundesländern 1,58 EUR
  • in den neuen Bundesländern 1,45 EUR

Der Mindestbeitrag für das gesamte Bauvorhaben beträgt 100,- EUR.

Es gibt einige Ausnahmen, etwa nahe Verwandte, die im privaten Bereich übliche Gefälligkeitsleistungen erbringen. Diese sind von der Versicherung ausgeschlossen, es müssen also auch keine Beiträge für sie gezahlt werden. Da die Abgrenzung nicht ganz einfach ist, sollte man sich im Vorfeld informieren bzw. bei der BG Bau anfragen und sich beraten lassen. Einige Beispiele sind auch in dem Merkblatt für private Bauherren zu finden.

Übrigens: Für die Bauherrschaft selber (die “Eigenbauunternehmer”) ist die BG Bau zunächst nicht zuständig. Für die eigene Bautätigkeit fallen also keine Beiträge an. Im Gegenzug gibt es bei der BG Bau aber auch keinerlei Leistungen, sollte die Bauherrschaft bei einem Unfall auf der Baustelle zu Schaden kommen! Dies ist, insbesondere bei einem hohen Eigenleistungsanteil, ein Risiko, dass man nicht ignorieren sollte. Es empfiehlt sich daher, für sich selber eine eigene, private Unfallversicherung abzuschließen und/oder bei der BG Bau gegen zusätzlichen Beitrag eine freiwillige Versicherung abzuschließen.

Achtung: die BG Bau liefert lediglich einen Basis-Schutz für die Helfer auf der Baustelle. Es kann sinnvoll sein, diesen Basis-Schutz um weitere Leistungen zu ergänzen. Hierzu kann man eine zusätzliche private Bauhelferversicherung abschließen.

Was passiert, wenn die BG Bau sich während oder nach der Bauphase zur Vor-Ort-Prüfung anmeldet, lest Ihr im Beitrag “Die BG Bau will vorbeikommen“.

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