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Bodenplattendämmung anbringen

Bodenplattendämmung
Bodenplattendämmung
Photo by Sebastian Schaper

Einleitung

Bevor es mit dem Innenausbau so richtig losgeht, steht Euch als frischgebackenen Hausbesitzern eines Ausbauhauses eine wichtige Aufgabe bevor: Die Bodenplattendämmung anbringen. Dabei wir die Bodenplatte des Hauses rundherum mit Dämmplatten beklebt. Das sichert die Bodenplatte vor Frost, spart ein wenig Heizkosten und sorgt dafür, dass das Haus optisch nicht so weit über die Bodenplatte übersteht.

Außerdem helfen die XPS-Platten beim Unterfüttern der Wände mit Quellmörtel, eine Eurer nächsten Aufgaben. Der Quellmörtel würde sonst einfach durch die Ritzen gedrückt und außen herunterfallen.

Diese Aufgabe ist eine Bauherrenleistung, also “bauseits” zu erledigen, wie es so schön heißt: Sprich: Ihr müsst selber ran.

“Rosa Stryopo”

Diesen Begriff hat unser Sohn Gabriel im zarten Alter von 7 Jahren für die rosafarbenen XPS-Dämmplatten geprägt, die wir damals zur Kellerdämmung verwendet haben. Der Begriff ist bis heute geblieben, und so war es klar, dass auch an die Bodenplatte des neuen Hauses “rosa Stryopo” dran muss. 🙂

XPS ist extrudierter Polystyrolhartschaum (Wikipedia) und auch unter dem Markennamen “Styrodur” bekannt. Es ist verwandt mit EPS, expandiertem Polystyrol (Wikipedia), das man unter dem Markennamen “Styropor” kennt. Es gibt natürlich auch viele weitere Hersteller, die andere Markennamen für das gleiche Material verwenden.

XPS ist unverrottbar, wasser- und druckfest, weswegen man es im Gegensatz zu EPS, das in dem WDVS der Außenfassade steckt, auch im Erdreich und sogar unter einer Bodenplatte verwenden kann. Durch seine geschlossenen Poren saugt es sich nicht mit Wasser voll, behält also auch bei Nässe seine wärmedämmenden Eigenschaften.

Bodenplattendämmung anbringen: Die Aufgabe

In der Ausbauanleitung Eures Massa-Hauses findet Ihr unter dem Punkt “2.1.1. Fußpunkt” Schnittzeichnungen dieses Bereichs für Bodenplatte bzw. Keller (Stand 2020-06).

Hinweis: Die Platten sind zwar praktisch “unkaputtbar”, aber UV-Licht vertragen sie nicht. Schon nach wenigen Monaten in der Sonne beginnen die Platten, an der Oberfläche bröselig zu werden und zu zerfallen. Ihr solltet sie also vor dauerhafte Sonneneinstrahlung schützen.

In den Bereichen, die später sichtbar sein werden, verputzt man die Platten üblicherweise. Dort, wo nicht verputzt wird bzw. wo mit Erdreich o.ä. angefüllt wird, solltet Ihr eine Noppenbahn als Schutz für die Platten davorstellen.

Bodenplattendämmung, Noppenbahn
Photo by Sebastian Schaper

In den Bereich, wo sicher nicht verputzt wird (bei mir unterhalb der Terrasse, links im Bild) kann man die Noppenbahn auch mit den Tellerdübeln befestigen. Dient die Bahn nur als Lichtschutz für den später zu verputzenden Bereich, sollte man das nicht machen.

Achtung: Die Bitumendickbeschichtung, mit der die Platten angeklebt werden, klebt “wie Hölle” und ist, einmal angetrocknet, kaum mehr zu entfernen! Achtet darauf, dass Ihr das Zeug nicht an die neue Hausfassade bekommt. Schutzkleidung ist obligatorisch! Aus Textilien kann man das Material praktisch nicht mehr entfernen. Achtet auch darauf, das Bitumen nicht an den Schuhsohlen z.B. ins Auto zu bekommen. Falls Ihr es auf die Haut oder in die Haare bekommen habt, wascht es so bald wie möglich ab. Wasser allein bewirkt fast gar nichts. Angetrocknetes Material kann man mit reichlich Speiseöl einweichen und entfernen.

Bodenplattendämmung anbringen: Zeitpunkt

Bodenplattendämmung anbringen: Voraussetzungen

  • Das Haus steht, der Bitumen-Voranstrich ist an der Bodenplatte angebracht und die EPDM-Dichtungsbahnen sind angeklebt
  • Die Außentemperaturen und auch die Oberflächentemperatur des Betons müssen während der Verarbeitung oberhalb der Verarbeitungstemperaturen der Bitumen-Dickbeschichtung liegen, meistens +5 C.
  • Es sollte nicht regnen/schneien sowie während der Verarbeitung und in den Stunden danach kein Niederschlag zu erwarten sein

Bodenplattendämmung anbringen: Benötigtes Material

  • Sockeldämmplatten aus XPS. Diese sollten eine Stärke zwischen 80 und 120 mm haben. Ihr bekommt sie in großer Auswahl im Baustoffhandel, teilweise auch im Baumarkt. Es gibt sie mit geriffelter Oberfläche (damit das Verputzen einfacher ist), aber auch glatte funktionieren. Platten mit dem sog. Stufenfalz sind praktisch, weil sie an den Fugen überlappen und es so keinen Luftspalt gibt. Allerdings müsst Ihr den Stufenfalz an der Ober- bzw. Unterkante immer abschneiden, er nutzt Euch nur an den seitlichen Fugen zwischen den XPS-Platten. Da eine Platte (normalerweise 60 cm x 125 cm) längs aufgeschnitten für 2,5 Meter Bodenplatte reicht, könnt Ihr die benötigte Plattenanzahl einfach ausrechnen: Den Umfang der Bodenplatte (2 x Länge + 2 x Breite) in Metern durch 2,5 teilen. Die ermittelte Plattenanzahl rundet Ihr großzügig auf (es gibt immer etwas Verschnitt). Falls Ihr Quadratmeter-Angaben findet, eine Platte mit 60 cm x 125 cm hat 0,75 m².
  • Kompriband: Dies ist ein selbstklebendes Schaumstoffband, das sich nach dem Aufkleben ausdehnt und so den Spalt zwischen der Oberseite der XPS-Platte und der Unterseite der Außenwand abdichtet. Menge: Einmal um die Bodenplatte herum, also wieder den Umfang der Bodenplatte nehmen.
  • 2K-Bitumendickbeschichtung. Diese schwarz-braune Masse, die auch gerne “Bärenkacke” genannt wird, wird aus 2 Komponenten (Grundmasse + Härter-Pulver) auf der Baustelle zusammengerührt und härtet dann innerhalb einer gewissen Verarbeitungszeit chemisch aus. Menge: Schwer zu schätzen. Wir sind mit 2-3 großen Eimern zu je 30 kg ausgekommen.
  • Man kann auch 1K-Bitumendickbeschichtung nehmen, das 2K-Material wird aber in der Regel von den Bauleitern empfohlen, da es unabhängig von der Witterung aushärtet. 1K-Material braucht bei kalter Witterung länger zum Aushärten und fließt auch leichter weg, falls es mal einen Regenguss gibt, bevor das Material ausgehärtet ist.
  • Tellerdübel aus Kunststoff zum befestigen der XPS-Platten. Die Länge sollte 6-8 cm länger sein als Eure XPS-Platten stark sind. Rechnet hier mit 2-3 Dübeln pro Platte, also 2-3 Dübeln pro Meter Umfang der Bodenplatte.
  • Ein paar Latten-Stücke, Dachziegel-Reste oder was auch immer Ihr noch herumliegen habt, um die XPS-Platten am Boden festzukeilen, damit sie nicht abrutschen.

Bodenplattendämmung anbringen: Werkzeug

  • Straßenbesen oder Handfeger, um Sand und losen Schmutz von der Bodenplatte zu entfernen
  • Handkreissäge oder Tischkreissäge, um die XPS-Platten zuzuschneiden
  • Fuchsschwanz für Restarbeiten beim Zuschneiden
  • Rührquirl, um die Bitumendickbeschichtung aufzurühren. Ein Akkuschrauber ist in der Regel zu schwach, ich würde eine elektrische Bohrmaschine empfehlen, um den Quirl anzutreiben. Professioneller geht es mit einem Rührwerk, wenn Ihr so etwas habt oder ausleihen könnt.
  • Maurerkelle, um den Kleber aufzunehmen und auf die Glättekelle zu übertragen
  • Gezahnte Glättekelle, 10 mm, um den Kleber auf die Rückseite der XPS-Platten aufzutragen
  • Einweg-Maleroverall
  • Einweg-Handschuhe (mehrere Paare)
  • Knieschoner
  • Bohrhammer mit langem Beton-Bohrer (Durchmesser und Länge passend zu den Tellerdübeln). Hier lohnt sich ein “richtiger” Bohrhammer, eine normale Bohrmaschine mit Schlagfunktion ist bei diesem Bohrdurchmesser und dem harten Beton der Bodenplatte schnell überfordert. Mit dem richtigen Gerät macht es deutlich mehr Spaß und geht viel einfacher. Bohrhammer und passende Bohrer kann man auch im Werkzeugverleih ausleihen, wenn man keinen anschaffen möchte. Nach meiner Erfahrung ist ein guter Bohrhammer im Ausbauhaus aber keinesfalls eine schlechte Anschaffung, den braucht man (obwohl es ein Holzhaus ist 😉 ) immer mal wieder.
  • Fäustel oder Zimmermannshammer

Vorgehen

Vorbereitung

  1. Bodenplatte mit Besen/Handfeger von losem Schmutz befreien, ggfs. Arbeitsraum freiräumen.
  2. Einige (am besten alle) XPS-Platten auf Vorrat zuschneiden. Dabei immer darauf achten, dass man die “saubere” Kante, wenn möglich, oben an die Hauswand bekommt. Ich habe die Platten mit einer Handkreissäge geschnitten, was sehr einfach und sauber ging. Da die Tauchtiefe des Sägeblatts nicht ganz ausreichte, habe ich den Rest mit dem Fuchsschwanz von Hand geschnitten, was durch die Führung des bereits vorhandenen Sägeschlitzes ebenfalls sehr einfach ging. Ecken und sonstige Ausschnitte kann man auch gut mit dem Fuchsschwanz herstellen. Wenn Ihr eine Tischkreissäge zur Verfügung habt, geht es damit natürlich auch sehr gut.
  3. Die Platten an der Unterkante mit einem 25°-45° Winkel anschneiden, so dass das längere Ende der Platte in Richtung Bodenplatte zeigt.
  4. Die Zuschnitte der XPS-Platten “trocken” an die Bodenplatte halten, um sicherzustellen, dass sie passen. Man kann sie an der Rückseite nummerieren, damit man sie nicht verwechselt. Wichtig! Die XPS-Platten sollten die ganze Höhe von der Unterkante der Bodenplatte bis zur Unterkante der Hauswand abdecken.

Bodenplattendämmung anbringen

  1. Schutzkleidung anlegen.
  2. Bitumendickbeschichtung anrühren, hierbei die Verarbeitungsrichtlinien auf der Verpackung befolgen.
  3. Kompriband ein Stück weit an die Unterkante der Fassade kleben (dort, wo später die XPS-Platte anliegt). Das Kompriband soll möglichst an der Vorderkante der Dämmplatte liegen, ohne vorne herauszuschauen, nicht ganz hinten an der Bodenplatte. Die XPS-Platten solltet Ihr dann zügig anbringen, bevor sich das Kompriband vollständig ausgedehnt hat. Das Band am besten also immer nur stückweise anbringen. Den Rest des Bandes aufgewickelt auf der Rolle lassen.
  4. Bitumen-Dickbeschichtung auf die Rückseite der XPS-Platten aufbringen und mit der gezahnten Glättekelle gleichmäßig auf der ganzen Fläche verteilen. Durch die 10 mm Zahnung ergibt sich später eine 4-5 mm dicke Schicht aus Bitumen, die sehr gut klebt und abdichtet.
  5. XPS-Platten zügig und flächig an die Bodenplatte andrücken. Dabei darauf achten, dass sie oben möglichst dicht an die Unterkante der Hauswand anschließen und die Fuge vom Kompriband verschlossen wird.
  6. Die XPS-Platten von unten mit Steinen, Holzstücken o.ä. unterkeilen, damit sie nicht herunterrutschen.
  7. Nächste Platte anbringen. Bei Platten mit Stufenfalz überlappen die Platten automatisch. Bei Platten ohne Stufenfalz darauf achten, dass es möglichst keinen Spalt zwischen den Platten gibt. Die Fuge zwischen den Platten braucht man normalerweise nicht mit Bitumen einzuschmieren.

Optional: Platten mit Tellerdübeln befestigen

  1. Entweder sofort oder besser in einem zweiten Arbeitsgang (dann ist das Bitumen fest und verschmiert den Bohrer nicht so) die Platten andübeln. Hierzu mit dem Bohrhammer ca. 2-3 Löcher pro Platte bis in die Bodenplatte bohren. Die Löcher würde ich in der oberen Hälfte der Platte anbringen. Den Tellerdübel möglichst bis zum Anschlag des Tellers von Hand in das Loch stecken.
  2. Dann mit einem Hammer (Fäustel oder Zimmermannshammer) den Kunststoffnagel in den Dübel hineinschlagen. Hierzu braucht es die richtige Mischung aus Kraft und Fingerspitzengefühl, damit der Nagel ganz hineingeht und nicht abbricht. Nach ein paar Dübeln hat man den Bogen raus. Es macht nichts, wenn ein Dübel mal nicht ganz perfekt aussieht – nur vorstehen sollte er nicht, sonst stört er später beim Verputzen des Sockels.

Bodenplattendämmung anbringen: Zeitaufwand

Einen halben bis einen ganzen Tag, je nach Größe der Bodenplatte und Anzahl der Helfer, zzgl. Rüstzeiten.

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4 Gedanken zu „Bodenplattendämmung anbringen“

  1. In der Ausbauanleitung 06/2020 steht, dass man StoLevell Combi plus nehmen soll um die XPS Platten anzukleben. Bisher haben wir auch immer nur von der Bitumendickbeschichtung gelesen. Warum hast du diesen mineralischer Kombinationsmörtel nicht genommen?

    1. Die Frage lässt sich ganz einfach beantworten: Weil unser Haus vor der Ausbauanleitung 06/2020 gebaut wurde. 🙂

      Wenn ich das Bild auf Seite 79 richtig interpretiere, wird das genannte Material verwendet, um die Rohbaukante der Bodenplatte zu bearbeiten, “um parallele Kante zur EG-Fassade zu erhalten” (Punkt 13). Also nur zum Ausgleichen eventueller Unebenheiten, nicht explizit zum Verkleben der Platten. Womit die Platten verklebt werden, steht nicht explizit da. Kann natürlich gut sein, dass man dafür auch das genannte Material verwenden kann.

      Und dann wird das Material noch mal als Armierungskleber mit Gewebe außen auf die Platten aufgebracht (Punkt 15).

      Massa verweist auf die entsprechenden Normen und Richtlinien – an die sollte man sich möglichst halten.

  2. Guten Tag Sebastian, wieso werden die XPS Platten nochmal zusätzlich verdübelt? Dient das als extra Schutz damit diese nicht irgendwann mal abfallen?.
    Ich hab dies bezüglich mal meine Bauleiterin gefragt die meinte wir sollten dies nicht machen weil wir uns mit den Löchern angeblich Wärmebrücken in die Bodenplatte einbauen und somit unsere KFW gefährden..
    Ich würde mich über eine Antwort freuen:)

    1. Hallo Jan-Philip,

      Danke für die Frage!

      Das Andübeln der Platten ist optional. Ich habe es gemacht, weil uns tatsächlich beim ersten Haus einige Dämmplatten (damals am Keller) abgerutscht sind.

      Wärmebrücken durch die Kunststoffdübel halte ich für vernachlässigbar (wären es Metalldübel, wäre das tatsächlich ein Thema). Ein weiteres Argument gegen das Dübeln wäre, dass durch die Löcher Feuchtigkeit in die Bodenplatte eindringen könnte. Da zumindest bei uns alle Dübel deutlich oberhalb des Erdreichs angebracht sind (und man eh nicht so hoch auffüllen sollte, dass die Dübel “unter Wasser stehen” können), halte ich das Risiko ebenfalls für vertretbar. Aber, wie gesagt, das Dübeln ist optional und man muss es nicht machen.

      Viele Grüße,

      Sebastian

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