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Anschluss der Terrasse ans Haus

Terrasse, verdichteter Schotterunterbau
Terrasse, verdichteter Schotterunterbau
Photo by Sebastian Schaper

Einleitung

Wie gestaltet man den Anschluss der Terrasse ans Haus? Ein wichtiges Thema bei einem Ausbauhaus von Massa ist der Spritz- und Feuchteschutz der Fassade. Genauso wie die Frage, wie man eine Terrasse oder einen Hauseingang so gestaltet, dass die Fassade nicht beschädigt wird. Dieses Thema lässt sich auch auf andere Fertighaushersteller mit ähnlicher Bauweise übertragen.

Spätestens, wenn es nach dem Bau des Hauses um die Außenanlagen geht, stellt sich die Frage, wie man am besten den Eingang zum Haus gestaltet und auch, ob und wie man eine Terrasse anlegen kann. In der Regel liegt die Fußbodenhöhe im Erdgeschoss und damit auch die Eingangshöhe ein gutes Stück höher als das umgebenden Gelände. Viele BauherrInnen wollen möglichst ebenerdig ins Haus oder auf die Terrasse. Allerdings muss hier einiges beachtet werden, um die Fassade und die Substanz des Hauses nicht zu gefährden. Es gibt wie immer mehrere Lösungen, wie man das erreichen kann.

Die Hintergründe, warum das Thema so wichtig ist, erfahrt Ihr in diesem Beitrag. In einem weiteren Beitrag stelle ich Euch vor, wie wir bei unserem Haus das Thema Terrasse gelöst haben.

Disclaimer

Dieser Beitrag dient der Orientierung und dem leichteren Verständnis für BauherrInnen. Bitte berücksichtige alle Vorgaben seitens des Hausherstellers und haltet Euch an den aktuellen Stand der Technik zum korrekten Bautenschutz. Ihr seid für alles, was Ihr mit Eurem Haus anstellt, selber verantwortlich!

Wieso ist der Feuchteschutz für den Putz so wichtig?

Der Putz an der Außenwand darf nicht dauerhaft nass oder feucht sein. Sonst fängt er nach kurzer Zeit an, zu veralgen bzw. vermoosen. Außerdem würde nasser Putz bei Frost gesprengt werden. So würde die Fassade langsam zerstört und das Wasser würde immer weiter eindringen, bis es irgendwann in die Holzkonstruktion gelangt. Den Bauschaden kann man sich vorstellen…

Dass ein Putz mal durch Regen, Schnee, Nebel oder Tau zeitweise nass wird, ist normal – dafür ist er auch ausgelegt. Wichtig ist nur, dass zum einen der Regen nach unten ungehindert ablaufen kann und zum anderen der Putz offen ist, damit Feuchtigkeit zeitnah wieder aus ihm entweichen/verdunsten kann. Der Putz darf also nicht durch irgendetwas abgedeckt oder gar abgedichtet sein.

Irgendwelche Vorschläge, die Putzfassade mit Bitumen o.ä. abzudichten, solltet Ihr also besser nicht befolgen! Das Wasser würde innerhalb des Putzes nach unten sickern und dann hinter der Abdichtung stehen bleiben.

Auch wenn man das im Internet oder bei einem Spaziergang durchs Neubaugebiet immer wieder sieht: Genauso wenig darf man das Erdreich rund um das Haus aufschütten und z.B. mit einer gepflasterten Terrasse oder einem Gartenbeet bis an das Niveau des Erdgeschoss-Bodens gehen! Auch nicht mit einer wie auch immer gearteten “Abdichtung” der Fassade. Dabei würde ein ganzer Streifen von ca. 20 cm Breite der Fassade unter der Erde verschwinden. Dieser Streifen würde nie richtig abtrocknen können und es käme bald zu Feuchteschäden in diesem Bereich.

Worauf kommt es im Einzelnen beim Anschluss der Terrasse ans Haus an?

Feuchteschutz der Putzfassade

Es gilt die Regel, dass man mit Erdreich, Pflaster etc. nach unten 30 cm von der Unterkante der Putzwand wegbleiben soll (steht so in der Baubeschreibung und in den Architektenplänen). Dadurch kann ablaufendes Wasser von der Fassade abtropfen und im Boden versickern. Diese Unterkante der Putzwand ist immer noch ca. 20 cm unterhalb des Erdgeschoss-Fertigfußbodens. Bis zum Erdreich hat man dann also eine Höhe von ca. 50 cm zu überbrücken. Das entspricht ca. 3 Standard-Stufen.

Ihr solltet Euch an diesen Mindestabstand halten! Wahrscheinlich wird es mit der Garantie schwierig, wenn man ihn unterschreitet und es zu Schäden kommt.

Spritzschutz der Fassade

Es gibt einen weiteren Effekt, weswegen man die 30 cm einhalten sollte: Ein wichtiges Thema bei einem Ausbauhaus ist der Spritz- und Feuchteschutz der Fassade. Wenn Regen auf Erdreich, Pflaster etc. fällt, spritzt er zurück. Die Spritzer würden nicht nur Wasser, sondern auch Schmutz an die Fassade befördern. Sie wird dadurch nicht nur unansehnlich, der Schmutz ist auch ein guter Nährboden für Moos, Algen und Schimmel.

Um das Spritzen zu verringern, kann man einen ca. 30 cm breiten Spritzschutzstreifen aus grobem Kies unterhalb der Fassade anlegen. Dann spritzt das Wasser nicht so stark zurück wie von einer flachen Platte oder vom Erdreich, und es versickert auch schneller.

Deswegen darf man statt 30 cm nur 15 cm Mindestabstand zur Putz-Unterkante einhalten. Aber nur wenn man so einen Kies-Spritzschutz einsetzt! Die genannten 15 cm darf man aber immer noch nicht unterschreiten! Massa empfiehlt außerdem, in diesem Fall einen ca. 30 cm breiten Streifen an der Unterkante der Fassade mit einer wasserabweisenden (nicht wasserdichten!) Beschichtung zu versehen.

Wie kann ich den Anschluss der Terrasse ans Haus sauber lösen?

Bitte schaut Euch vor der Planung Eures Hauseingangs oder Eurer Terrasse die Baubeschreibung, Kapitel 1.7 “Spritzwasserschutz” (Stand 10/2020), an. Dort sind mehrere von Massa empfohlenen Varianten mit möglichen Ausführungen sowie den jeweiligen Vor- und Nachteilen beschrieben. Ich fasse hier die 3 gängigsten Möglichkeiten zusammen:

Möglichkeit 1: Abstand halten

Die wohl einfachste Lösung ist, mit dem kompletten Gelände 30 bzw. 15 cm (mit Spritzschutzstreifen) unter der Fassaden-Unterkante zu bleiben. Dazu kann man an jedem Ein/Ausgang eine Treppe aus handelsüblichen (Beton-) Blockstufen bauen. Damit hat man vor jeder Haus- bzw. Terrassentür 2-3 Stufen. Siehe Variante 6 in der Baubeschreibung.

Möglichkeit 2: Terrasse mit Gitterrost

Eine herkömmliche Terrasse (also Platten in einem Sand- oder Splittbett) bis ca. 20 cm vor die Fassade (ganz bis an die Fassade darf man aus den oben beschriebenen Gründen nicht!) bauen. Einen Spritzschutzstreifen mit Kies und ggfs. Drainage zwischen Terrasse und Haus bauen (mindestens 15 cm unterhalb der Fassaden-Unterkante). Den entstehenden “Graben” deckt man mit einem begehbaren Gitterrost ab. Durch diesen kann das Wasser möglichst ungehindert durchfallen. Statt des reinen Gitterrostes kann man auch eine Terrassen-Entwässerungsrinne einsetzen, die das Wasser in einen Kanal oder zur Versickerung vom Haus wegleitet. Diese Rinne wird ebenfalls mit einem Gitterrost abgedeckt. Siehe Variante 3 in der Baubeschreibung.

Möglichkeit 3: Aufgeständerte Terrasse

Eine “aufgeständerte” Terrasse aus Terrassenplatten (Stein, Beton) oder Terrassendielen (Holz oder WPC) auf sog. Stelzlagern auf das tiefer liegende Gelände stellen und bis ans Haus heranbauen. Da unter dem Terrassenbelag kein Sand oder Splitt liegt, sondern Luft zirkulieren kann, bleibt die Fassade frei. Wenn man mit der Terrasse einen Spalt von einigen cm zum Haus einhält, kann die Fassade gut abtrocknen. Zum einen kann das Wasser kann zum einen direkt an der Fassade herunterlaufen und abtropfen. Zum anderen gibt es die Fugen im Belag, durch die das Wasser ablaufen kann. Diese Variante habe ich bei unserer Terrasse gewählt. Die Verwendung eines Gitterrosts wird dennoch empfohlen, weil es sonst zu einer erhöhten Spritzwasserbelastung der Fassade kommen kann.

Weitere Informationen zum Anschluss der Terrasse ans Haus

Wer sich genauer dafür interessiert: Ich habe viele Infos aus der “Richtlinie Sockelanschluss im Holzhausbau als Leitfaden für die Planung und Ausführung” von der Holz Forschung Austria: – das ist zwar aus Österreich, es gelten also nicht zwangsläufig die gleichen rechtlichen Vorschriften wie in Deutschland. Aber die Physik ist natürlich die gleiche… 

Die Anforderungen decken sich mit dem, was Massa in die Baubeschreibung schreibt, und die Beschreibungen finde ich recht gut. Es findet sich praktisch für jeden erdenklichen Fall eine Zeichnung.

4 Gedanken zu „Anschluss der Terrasse ans Haus“

  1. Christoph Pagel

    Hallo,
    Sehr interessanter Artikel! Nur leider zu spät für mich ……:(
    Habe ein massa Haus und die Firma die die Terrasse ( beton stein direkt an Wand bzw. Terassentür ) gebaut hat, hat das nicht beachtet . Lediglich 10 cm mit bitum eingeschmiert ……
    Könnte ich dem evtl.mit einem vordach entgegenwirken oder muß ich die Terrasse zurückbauen ?

    Mit freundlichen Grüßen

    1. Hallo Christoph,

      danke für Dein Feedback! Es tut mir leid, dass der Artikel für Dich zu spät kam…

      Eine Terrassenüberdachung verhindert natürlich den Regen von oben, das Thema ist aber leider auch die Feuchtigkeit aus dem Erdreich, die dauerhaft an der Fassade ansteht. Und der Tau und Rauhreif, der ja trotz Überdachung an der Fassade landet und wieder weg muss. Dafür ist die Fassade einfach nicht ausgelegt, auch nicht, wenn man sie mit Bitumen einschmiert. Bei allem, was sich außerhalb der Empfehlungen von Massa bewegt, wirst Du Schwierigkeiten bekommen, Schäden bei Massa zu reklamieren.

      Ich kann Dir da aus der Ferne leider keine verbindliche Empfehlung geben. Außer, den Bereich genau im Auge zu behalten und falls Schäden auftreten, sofort zu reagieren. Oder vorab einen Sachverständigen kommen zu lassen, der das Thema vor Ort beurteilen und ggfs. auch Feuchtigkeit messen kann.

      Viele Grüße,

      Sebastian

  2. Hallo Sebastian.

    Ich habe ein paar Fragen zu der Terrasse. Wir haben tiefergelegte Schwellen bei den Terrassenfenstern. Unser Planum liegt ca. 30 cm unterhalb der bodentiefen Fenster. Wie ist der Bereich direkt unter den Terrassenfenstern zu schützen. Kommt da eine Bitumenbahn ran. Da wurde gern Armierungsputz aufgetragen. Dort soll später ein Gitterrost oder eine Rinne eingesetzt werden. Es muss ja der obere, direkt unter dem Fenster, Bereich auch irgendwie geschützt werden vor der Feuchtigkeit. Vielleicht hast du dort einen Vorschlag.
    Wir möchten gern die Terrasse auf gleicher Höhe haben wie die Terrassenfenster. Nun stellt sich uns die Frage, da wir ja nicht an die Fassade pflastern dürfen und wollen, wie wir das an den Hauswänden machen. Wir würden komplett an den ganzen Wänden dann Gitterrost oder Rinnen verlegen. Ist das so in Ordnung oder gibt es dort eine andere Lösung. Des Weiteren würden wir dann unter dem Gitterrost oder der Rinne den Kiesstreifen weiterführen.

    Vielleicht kannst du uns dort ein paar Ratschläge übermitteln.

    Vielen Dank im Voraus.

    Sandra

    1. Hallo Sandra,

      vielen Dank für Deinen Kommentar.

      Ich kann Dir auch nur das raten, was in der Ausbauanleitung und in dem im Artikel verlinkten PDF steht. Wir haben unsere Terrasse (mit sog. Stelzlagern) aufgeständert (unter der Terrasse ist ca. 50 cm Luft), so dass wir das Thema nicht in der Form hatten. Vielleicht ist das ja für Euch auch eine Alternative? Stelzlager gibt es nicht nur für Holzdielen, sondern auch für Beton-Terrassenplatten.

      Ansonsten würde ich das Stück Wand vor den Terassenfenstern genauso handhaben wie die restliche Fassade: Einen Spritzschutzstreifen aus Kies 15 cm unterhalb der Fassade, und die Terrasse nur bis ca. 30 cm an das Haus heranbauen. Als “Trennung” einen Kantstein oder L-Steine o.ä. verwenden und den Bereich direkt vor der Fassade frei lassen. Den entstehenden “Graben” mit einem Gitterrost abdecken, den man an dem Kantstein/L-Stein befestigt. So bleibt die Fassade frei und kann gut abtrocknen.

      Aber wie gesagt – haltet Euch bitte an die Vorgaben von Massa und zieht im Zweifel eine Fachfirma hinzu, die das vor Ort korrekt ausführen kann.

      Viele Grüße,

      Sebastian

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