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Checkliste für die Hausübergabe

Dachstuhlbau in der Abenddämmerung
Dachstuhlbau in der Abenddämmerung

Was ist eine Hausübergabe?

Zum Abschluss der Hausstellung kommt noch ein wichtiger Termin auf Euch zu: Die Übergabe des fertig aufgebauten Hauses von Massa an die Bauherrschaft durch den Bauleiter. Diese Übergabe ist weit mehr als die reine Übergabe des Hausschlüssels an Euch, denn sie beendet quasi die “Lieferung” durch Massa und Ihr übernehmt das Haus in Euren Besitz.

Warum ist die Hausübergabe so wichtig?

Unter anderem aus rechtlicher Sicht ist die Übergabe wichtig:

  • Ab dem Zeitpunkt der Übergabe gilt die Leistung von Massa als abgenommen, damit beginnt die Gewährleistungsfrist zu laufen.
  • Massa kann und wird kurz nach Übergabe die größte Rechnung stellen (siehe Zahlungsplan).
  • Ihr seid ab diesem Zeitpunkt offiziell die Besitzer des Hauses, habt also auch alle Rechten und Pflichten eines Hausbesitzers.
  • Alle Mängel, die bei der Übergabe noch vorhanden sind und im Übergabeprotokoll vermerkt sind, muss Massa noch beheben. Alles andere, was erst später auftritt, fällt erst einmal in Euren Verantwortungsbereich. Man hätte es ja bei der Übergabe bereits notieren können, wenn es damals schon vorhanden war.

Terminvereinbarung und Vorbereitung

Der Bauleiter wird, sobald das Ende der Hausmontage absehbar ist, einen Übergabetermin mit Euch vereinbaren. Zu diesem Termin sollte die komplette Bauherrschaft anwesend sein, denn mehr Augenpaare sehen auch mehr. Habt Ihr einen unabhängigen Baubegleiter, ist die Übergabe der wichtigste Termin, an dem Ihr ihn dabei haben solltet. Der Fachmann hat ein ganz anderes Auge für die Bau-Details und kann auch die eine oder andere Frage stellen.

Zu dem Termin solltet Ihr Euch ausreichend Zeit einplanen, mindestens eine, besser zwei Stunden. Der Bauleiter wird mit Euch gemeinsam durchs ganze Haus gehen und zunächst das gelieferte Haus und die Arbeit des Hausstelltrupps kontrollieren. Hier ist es sinnvoll, auch dabei gut aufzupassen und bei Fragen oder Unklarheiten gleich nachzuhaken. Der Bauleiter macht ständig Hausübergaben, für Euch wird es wahrscheinlich die erste sein. Außerdem ist zum einen auch der Bauleiter nur ein Mensch und kann einmal etwas übersehen, zum anderen arbeitet der Bauleiter für Massa und ist natürlich in erster Linie seinem Arbeitgeber verpflichtet und danach erst Euch als Bauherrschaft. Mit einem zusätzlichen eigenen Baubegleiter, der direkt von Euch bezahlt wird, ist das natürlich einfacher. Vertrauen ist gut, Kontrolle ist besser, wie man so schön sagt.

Der Bauleiter wird eine große Wasserwaage und ein Bandmaß oder einen Zollstock dabei haben, Ihr könnt solche Dinge natürlich auch selbst mitbringen. Eine Möglichkeit, Notizen zu machen, und das Smartphone zum Fotografieren bzw. Dokumentieren des aktuellen Zustands sollten auch nicht fehlen.

Checkliste Hausübergabe

Hier eine Checkliste, auf welche Dinge Ihr bei der Hausübergabe achten solltet:

  • Fassade außen einwandfrei, insbesondere die Ecken und die Kante an der Unterseite der Wand beachten. Kleinere “Datscher” von der Montage kommen vor, können auch repariert werden, sollten aber aufgenommen werden.
  • Wände im Innern des Hausen stehen senkrecht und und sind eben/gerade. Am besten auch mal mit einem Auge darüberpeilen, die Balken müssen fluchten, es sollte keine größeren Dellen oder Bäuche geben. Holz ist ein Naturwerkstoff, d.h. leichte Ungenauigkeiten sind möglich.
  • Wände über mehrere Etagen (Teppenhaus) müssen fluchten (übereinander stehen).
  • Die Wände stehen an den Ecken rechtwinklig zueinander.
  • Alle Wände stehen fest und wackeln nicht, außer die Innenwände und Drempelwände im Dachgeschoss (die werden später erst befestigt).
  • Alle Drempelwände sind vorhanden und stehen (noch lose) an ihrem Platz.
  • Alle Innenwände stehen richtig herum (nachmessen und mit dem Balkenplan vergleichen). Sonst ist nachher eine Türöffnung oder ein FBH-Verteiler auf der falschen Seite der Wand.
  • Die Wände im Erdgeschoss stehen nicht auf, sondern direkt neben den Abflussrohren in der Bodenplatte. Wenn doch, nachmessen und klären, wo der Fehler liegt.
  • Alle Fenster sind die richtigen Modelle, die Öffnungsrichtungen der einzelnen Flügel sind korrekt gemäß Plan
  • An allen bodentiefen Fenstern, bei denen sie bestellt wurden, sind die tiefergelegten Schwellen vorhanden und nicht die normalen Fensterbänke.
  • Die Dachfenster sind vorhanden und an der richtigen Position und Höhe angebracht.
  • Alle Fenstergläser sind einwandfrei, keine Sprünge, Kratzer, Einschlüsse o.ä.
  • Alle Fensterrahmen sind innen und außen einwandfrei, keine Kratzer, offene Fugen o.ä.
  • Die silberne Folie an den Fensterrahmen ist rundherum unbeschädigt und sauber an den Balken angeklebt und luftdicht. Keine Zugerscheinungen, keine Löcher, durch die Licht von außen durchscheint.
  • Alle Rolläden sind funktionsfähig und leichtgängig. Ausprobieren!
  • Alle Fenster und Türen sind einwandfrei zu öffnen und zu schließen, alle Griffe und Beschläge sind unbeschädigt und leichtgängig. Leichte “Hänger” lassen sich später durch Einstellen richten, das wird später auch noch nötig sein, wenn sich das Haus gesetzt hat.
  • Insbesondere Hebe-Schiebe-Element(e) auf Leichtgängigkeit und “Rechtwinklizität” prüfen. Fugen sollten auf der ganzen Länge gleichmäßig sein. Gerade zwei Hebe-Schiebe-Elemente über Eck sind gerne mal eine Schwachstelle.
  • Alle Regenrinnen und Fallrohre sind unbeschädigt, keine Kratzer, Risse oder Dellen. Eine leicht “fleckige” Optik ist bei Zink normal, das vergeht im Laufe der Zeit durch die Bewitterung.
  • Die Regenrinnen sind mit Gefälle zum Fallrohr hin verlegt worden
  • Alle Fallrohre stehen senkrecht, die Rohrschellen sind vorhanden und nicht verbogen oder gar aus der Fassade gerissen.
  • Zu den Fallrohren gehören “Übergangsringe” auf DN 110-Abwasserrohre, sind die dabei?
  • Alle Dachziegel liegen ordentlich auf, keine Fugen oder größere Wellen im Dach (Unregelmäßigkeiten sieht man schnell)
  • Alle First- und Abschlussziegel sind vorhanden und unbeschädigt
  • Alle französischen Balkone und Balkongeländer sind vorhanden, ohne sichtbare Beschädigungen, stehen gerade und senkrecht und sind fest angebracht. Eine leicht “fleckige” Optik ist bei der verzinkten Oberfläche normal, das vergeht im Laufe der Zeit durch die Bewitterung.
  • Das vom Bautrupp mitgebrachte Material ist vorhanden (Quellmörtel, EPDM-Kleber-“Würste”)
  • Der Baustellen-Müll ist einigermaßen auf einer Stelle außerhalb des Hauses gelagert (idealerweise an der Stelle, die Ihr vorher besprochen habt). Sortieren müsst Ihr trotzdem selber. Die Entsorgung ist Bauherrenleistung. Sonstiger Müll (Essensreste, To-Go-Becher) sollte man nicht akzeptieren, der sollte entweder mitgenommen werden oder in einem von Euch dafür bereitgestellten Müllsack/Mülleimer gesammelt worden sein, nicht aber rund ums Haus verstreut werden.
  • Die ersten Schritte (Abdichtung/Dämmung Bodenplatte, Untermörtelung, Dämmung, Hilfslatten, Fermacell, Folie, Lattung, Rigips) des Innenausbaus erklären und aufschreiben lasen. Unser Bauleiter hat eine bunte Skizze auf eine Rigipsplatte gemalt, das war sehr hilfreich. Es ist sinnvoll, diese abzufotografieren, um sie für alle Fälle zu “konservieren”.
  • Falls es Fragen oder Unklarheiten zur Ausbauanleitung gibt, könnt Ihr sie jetzt dem Bauleiter stellen. Ihr solltet die Anleitung vorher durchgelesen und Euch die Fragen notiert haben.
  • Generell: Fragen vorab notieren (sonst werden sie vergessen) und stellen.
  • Bei Unklarheiten nachfragen. Der Bauleiter macht das mehrfach in der Woche, Ihr nur ein Mal im Leben. So lange fragen, bis alles klar ist. Nicht beantwortbare Fragen auch im Protokoll aufnehmen lassen.
  • Wenn möglich, lasst Euch vom Bauleiter die Kapitel aus der Ausbauanleitung streichen, die für Euer Haus nicht zutreffend sind. Das kann viel Rätselraten ersparen.
  • Ganz wichtig: Alle Mängel und noch ausstehende Arbeiten im Protokoll vermerken lassen. Erst unterschreiben, wenn alles drin steht! Das Übergabeprotokoll ist der Nachweis, dass Ihr das Haus mängelfrei bzw. mit den angegebenen Mängeln übernommen habt. Was da nicht drinsteht, fällt in Eure Verantwortung oder es wird zumindest sehr schwer nachzuweisen, dass das Massa verursacht hat.

Die Liste der möglichen Mängel ist lang, das meiste wird gar nicht eintreten. Aber wenn, einfach sachlich den Mangel aufnehmen lassen, nicht aufregen, nicht persönlich werden. Das ist ein großes Projekt, da passieren Schäden und Fehler (für die die vor Ort Beteiligten selten selber etwas können). Wenn alles sauber dokumentiert ist, steht einer zügigen Behebung nichts im Weg.

Fazit

Auch wenn die Hausübergabe sehr wichtig ist, ist sie mit guter Vorbereitung und einem wachsamen Blick schnell erledigt.

Herzlichen Glückwunsch – Ihr seid jetzt offiziell Teil der großen Familie der Ausbauhaus-Hausbesitzer!

Lasst diesen Moment ruhig etwas auf Euch wirken, und dann: Viel Spaß beim Richtfest!

Das neue Haus steht
Photo by Sebastian Schaper

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